Mit Kindern und Gepäck ist das Verreisen schon immer eine Herausforderung. Mit einem eigenen Boot kommt der Urlauber hier aber durchaus an Grenzen. Ein Kanu bildet hier keine Ausnahme, denn auch zum Kanufahren braucht man Equipment zum Campen oder Grillen, für die Sicherheit und alles andere, was während des Urlaubs wichtig ist. Da stellt sich bei all dem Aufwand durchaus auch die Frage, ob sich ein Kurztrip überhaupt lohnt. Das Packen der Wäsche ist meist das, was am schnellsten erledigt ist. Das Kanu betreffend gibt es dann aber einiges zu bedenken.
Ladungssicherung und Hängerfahren mit Kanu
Wer mit dem eigenen Kanu auf Reisen geht, kann dies nicht unbedingt einfach auf das Dach des Autos schnallen. Die Sicht ist durch den nach oben gebogenen Bug des Schiffs, der bei Bauchlage in die Windschutzscheibe ragt, deutlich beeinträchtigt. Außerdem kann das Boot bei einem Bremsmanöver zu einem nicht kontrollierbaren Geschoss werden. Ein Anhänger mit einem Gerüst, in dem das Kanu sicher verstaut werden kann, ist die Empfehlung. Es gibt diese Anhänger auch für mehrere Kanus.
Ladungssicherung bedeutet zudem aber, das Boot mit dem Anhänger so fest zu verbinden, dass es sich während der Autofahrt nicht lösen kann. Dazu werden Zurrgurte benutzt. Diese – fest verschlossen mit der nötigen Spannung – können jedes Kanu an seinem Platz halten. Dass das Fahrzeug das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreiten darf und der Fahrer die Fahrerlaubnis BE benötigt, sollte eigentlich überflüssig zu erwähnen sein. Beide Fahrzeuge – Auto und Anhänger – müssen versichert sein und die Steuer muss entrichtet werden. Während der Fahrt gelten alle Vorschriften, die für jede Fahrt mit einem Anhänger gelten: Geschwindigkeit maximal 80 km/h, es sei denn, eine Sondergenehmigung bis 100 km/h wurde bewilligt.
Am Urlaubsort: Wohin mit dem Kanu?
Im Hotel oder in der Pension angekommen, stellt sich die Frage, wohin mit dem Anhänger und dem Kanu. Kanufreundliche Gastronomie muss erst einmal gefunden werden: Hier ist es aber dann auch kein Problem, einen Parkplatz für das Gespann zu finden. Auch, wenn ein Kanu schwer zu stehlen ist, sollte der Anhänger mit dem Boot nicht zu weit außer Sichtweite stehen.
Am Ufer: Einer muss an Land bleiben
Kanufahren hat einen Nachteil: Der Ort, an dem das Boot zu Wasser gelassen wird, und die Stelle, an der der Fluss wieder verlassen wird, liegen einige Kilometer auseinander. Einer der Gruppe ist also meistens dazu verdammt, mit dem Auto und dem Anhänger dorthin zu fahren, wo die Kanufahrt beendet wird. Ein zweites Auto und etwas Zeitaufwand bringen den Anhänger ans Ziel, die Fahrer wieder an den Ausgangspunkt. Ansonsten braucht es eben jemanden, der die Reisegruppe wieder abholt. Hotels, die sich auf die Besuche von Kanu-Urlaubern spezialisiert haben, bieten einen solchen Service an.
Einfach das Kanu vor Ort entleihen
Wer sich den ganzen Aufwand mit Anhänger, Fahrerlaubnis und Abholservice sparen will, kann die Kanus in entsprechenden Regionen auch ausleihen. Die Verleihstellen bringen die Boote zum Ufer und holen gegen ein geringes Entgelt die Boote samt Fahrern auch wieder an einer vereinbarten Stelle ab. Dann bleibt nur noch die Frage, ob Sicherheitszubehör ebenfalls vor Ort ausgeliehen wird, oder ob Helm, Neoprenanzug und Schwimmwesten von zu Hause mitgebracht werden.